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Allendorf
Gemeinde Allendorf mit Ortsteil Aschau

Stefan Porsch


Bürgermeister: | 1. Beigeordneter Herr Tim Trittschack Ortsstraße 22 07426 Allendorf 0160 8018507 |
2. Beigeordneter Herr Patrick Oberländer Am Sand 3 07426 Allendorf 0173 9703361 oberlaender@koenigsee.net |
weitere Mitglieder des Gemeinderates: Dominik Hartmann Tobias Kuhn Dominik Witzel Rainer Langer |
Sprechzeit des ehrenamtlichen Bürgermeisters:
montags von 17.00 bis 18.00 Uhr im Gemeindebüro in Allendorf, Ortsstraße 53
Verwaltung:
Die Stadt Königsee ist seit 2019 erfüllende Gemeinde für die Gemeinde Allendorf.
Amtsblatt:
gemeinsames Amtsblatt mit Königsee und Bechstedt > die Amtsblätter finden Sie auf dieser Homepage unter Bürgerservice/ Amtsblatt.
Einwohner: Allendorf: 201 Aschau: 119 (Stand 31.05.2026)
Das Wappen

Stefan Porsch
Die Gemeinde Allendorf führt seit dem 18.08.2018 ein Wappen mit folgender Wappenbeschreibung:
Das Gemeindewappen zeigt in Silber eine grüne Spitze, belegt mit einem zweireihig von Blau, Gold, Rot und Silber gespickelten Balken, darunter aus dem Schildfuß wachsend einen fünfblättrigen Eschenzweig.
Wappenbegründung:
Die Gemeinde Allendorf hat für ihr Wappen eine grüne Spitze gewählt, die den sogenannten Heiligen Berg in der Gemeinde symbolisiert, der unweit der Ortschaft liegt und zu dem die Bewohner eine enge Beziehung haben.
Der Überlieferung nach hat Bonifatius dort gepredigt.
In einem gespickelten Balken sind die wichtigsten unterirdischen Ressourcen, die in Allendorf bergmännisch abgebaut wurden, symbolisch dargestellt: Kobalt, Schwefel, Eisenerz, Alabaster und Gips.
Die Spitze mit dem Balken steht gleichzeitig für den Anfangsbuchstaben der Ortsnamen.
Für den in die Gemeinde Allendorf eingemeindeten Ort Aschau wurde ein Eschenzweig als Symbol aufgenommen. Er wurde dem seit 1848 nachgewiesenen Gemeindesiegel entlehnt, das immer einen Baum zeigt. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um eine Esche handelte als Anlehnung an den Ortsnamen.
AKTUELLES
Informationen und Geschichte zu beiden Orten
Beide Orte liegen auf ca. 350-373 Höhenmetern.
Am 1. Februar 1974 erfolgte der Zusammenschluss von Aschau und Allendorf zur Gemeinde Allendorf.
Allendorf mit Ortsteil Aschau ist eine eigenständige Gemeinde.
Zum Gemeindegebiet gehören auch der ehemalige Bahnhof Köditzberg und eine Häusergruppe oberhalb von Allendorf, die auf der Burg im Volksmund bezeichnet wird.
Die Gemeinde hat eine Partnerstadt mit gleichlautendem Namen, das ist die Stadt Allendorf (Lumda), im Lumdatal bei Gießen.
Allendorf und Aschau liegen touristisch und geologisch sehr interessant am Fuße des Thüringer Waldes mit den ältesten Gesteinen Thüringens. Hier trifft sich das Thüringer Becken und der Schwarzburger Sattel, jeweils mit Buntsandstein und fossiliendurchzogenem Muschelkalk.
Bis 1918 gehörten beide Orte zur Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt.
Die urkundliche Ersterwähnung von Allendorf war im Jahr 1185 mit dem Namen Altindorf (das alte Dorf).
Aschau wurde urkundlich im Jahr 1370 erstmals erwähnt.
Der Name wird mit askaha = Eschenbach erklärt. Dementsprechend zeigt das alte Siegel eine Esche.
Allendorf
Archälogisch ist durch Funde am Zechsteinriff „Fuchskirche“ nachweisbar, dass bereits in urgeschichtlicher Zeit (Jungstein- und Bronzezeit) diese Gegend von Menschen aufgesucht wurde.
Zahlreiche slawische Flur- und Ortsnamen deuten auf ein Mitsiedeln slawischer Zuwanderer hin. In der Bärenhöhle unweit des Heiligen Berges wurden Knochen von Hirschen, Wildpferden und Wildkatzen gefunden. Seit dem 13. Jahrhundert ist südwestlich von Allendorf Bergbau betrieben worden. 1866 werden 9 Gruben um Allendorf genannt. Es wurde nach Eisen, Kupfer und Alabaster gegraben. Dieser sog. Allendorfer Marmor war sehr begehrt. In der Nähe von Allendorf befinden sich Höhlen u.a. auch Tropfsteinhöhlen, die leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Im Dorf befand sich ab 1423 ein Rittergut, das 1724 in bürgerlichen Besitz überging. Um 1860 wird Allendorf (Einwohner 320) als ein stattliches Dorf in anmutiger Lage bezeichnet. Ab 27. Juni 1900 hatte der Ort einen Eisenbahnanschluss, mit dem einen Kilometer entfernten Bahnhof „Bechstedt-Trippstein.“ Am Bau halfen viele Männer des Ortes mit. Das Leben der Menschen war hauptsächlich von Land- und Forstwirtschaft geprägt aber auch Handwerker, Lehrer und Pfarrer lebten und arbeiteten im Ort.
Das 800-jährige Jubiläum wurde 1985 mit einer Festwoche mit Künstlern wie Stefanie und Eberhard Hertel und weiteren Künstlern gefeiert.
2010 konnte das 825-jährige Jubiläum unseres Ortes gefeiert werden. Ein Oldtimertreffen, Tanz und gute Unterhaltung mit dem Spielmannszug aus unserer Partnerstadt standen auf dem Programm.

Veranstaltungen finden auch auf dem Gelände des ehemaligen Gutes statt, dass leider 2012 bis auf das Kellergeschoss abgerissen werden musste.

Durch die Kinder und Familien wird diese Fläche sehr gut genutzt. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch ein schöner, großer Kinderspielplatz.
Eine Wanderhütte wurde 2013 auf der Buche gebaut - ein Aussichtspunkt mit Fernsicht über unsere schöne Landschaft.
Am 1. Sonntag im September findet dort alljährlich das Buchenfest statt, welches vom Dorf- und Heimatverein Allendorf organisiert wird.

Ein weiterer Dorftreff befindet sich im Ortszentrum auf dem Anger. Dort finden Veranstaltungen statt, die vom Feuerwehrverein organisiert werden. Auf die Adventszeit stimmt jährlich der Posaunenchor die Einwohner ein. Mit Bratwurst und Glühwein ist für das leibliche Wohl durch den Feuerwehrverein gesorgt. Viele markierte Wanderwege zeigen von dort aus den Weg in unsere schöne Natur und vieler Sehenswürdigkeiten. Im Ort sind Handwerksbetriebe schon über Generationen und weitere Unternehmen ansässig.
Aschau
Aschau entstand als Weiler, der nacheinander den Herren von Ilten, von Poseck, von Brandenstein und von Röder sowie mehreren bürgerlichen Familien gehörten und diese die Siedlung wesentlich prägten.
Das Dorf gehörte zu der alten Herrschaft vor dem Wald des Grafen von Schwarzburg.
Um 1822 wurden 200 Schafe gehalten. Wie auch die umliegenden Orte war Aschau ein Bauerndorf.
Eine Lehmgrube, Kiesgrube, ein Steinbruch und eine Flachsröste befanden sich im Ort. In der Umgebung von Aschau wurde durch Bergleute nach Eisen, Kobalt, Blei und Kupfer in den Stollen gesucht.
Ein dem Lehensadel gehörender Gutsbetrieb befand sich im Ort.
Er war der Mittelpunkt des Ortes und auch der Arbeitsplatz besitzloser Einwohner.
Seit 1863 gehörte das Gut einem Fuhrunternehmer. Er fuhr mit Thüringer Olitäten und Arzneimitteln nach Hamburg und brachte von dort südländische Gewürze in die Heimat mit.

Auf dem Käsemarkt
Zum Rittergut gehörend, stand bis 1933 auf der Höhe über dem Dorf ein Schafstall, der frühere Tanzsaal, der zu der 1702/1703 errichteten Tanndorfer Schenke gehörte und im Volksmund Käsemarkt genannt wird.
Als in der Gegend die Pest um ging wurde auf dem Käsemarkt Handel betrieben, damit die Leute aus den umliegenden Orten dort ihre Waren kaufen konnten. Eine Ansteckung mit dieser Krankheit konnte damit verringert werden.
Zur Tradition geworden ist die Sternwanderung zum Käsemarkt, die jährlich zum Muttertag stattfindet und durch die umliegenden Gemeinden und Vereine organisiert wird.
Bei Musik und gutem Speise- und Getränkeangebot kann man dort in geselliger Runde den Nachmittag genießen.
Seit den 90iger Jahren befindet sich am Ortsrand von Aschau ein Gewerbegebiet u.a. der Firmensitz der Firma Königsee Implantate GmbH, eines der führenden Medizintechnikunternehmen auf dem Gebiet der Osteosynthese mit über 130 Beschäftigten. Auch weitere Unternehmen kamen zu den schon ansässigen Handwerkern hinzu.
Im Bebauungsgebiet, welches ebenfalls in diesen Jahren entstand, haben viele junge Familien Häuser errichtet und in Aschau ihr zu Hause gefunden.
1995 beging Aschau seine 625-jähriges Jubiläum.
Für die Dorfgemeinschaft steht der Gemeindesaal und der Festplatz für kulturelle und sportliche Betätigung zur Verfügung.
Ein schöner Kinderspielplatz in der Nähe des Gemeindesaales wurde gebaut.
Alljährlich, immer am letzten Wochenende im Juni findet das Sommerfest statt, welches vom Dorf- und Heimatverein Aschau organisiert wird.
Die Erzählung vom Heiligen Berg

Die eine Hälfte der Bewohner der Gemeinde zu Allendorf wollte die neu zu erbauende Kirche in der Mitte des Dorfes wissen, die andere Hälfte bestand darauf, dass sie auf einem nahe am Dorfe gelegenen Berge errichtet werde. Letztere setzten ihren Vorschlag durch. Die Baumstämme wurden auf den Berg geschafft und oben zugehauen, aber allnächtlich wurden sie auf unbegreifliche Weise wieder ins Dorf geschafft. Auch aufgestellte Wächter konnten es nicht verhindern; und so erkannte man es als einen Fingerzeig des Himmels und baute die Kirche ins Tal. Der Berg aber erhielt den Namen Heiliger Berg.
Heilig-Kreuz-Kirche


Im Jahr 1230 wird ein Pfarrer Konrad von Allendorf urkundlich erwähnt, somit muss zu dieser Zeit schon eine Kirche hier gestanden haben.
1430 erhielt die Kirche einen Schnitzaltar, er gilt als der älteste erhaltene Altar in Thüringen und stammt aus einer Erfurter Werkstatt. Derzeit befindet er sich im Thüringer Museum in Eisenach.
1489 erhält die Kirche einen zweiten Altar, der von der Saalfelder Schule gefertigt worden ist. Dieser steht noch heute in unserer Kirche. 1606 wurde er restauriert von einem H.H. Der Altar erinnert mit den Schutzpatronen der Bergleute Erasmus und Barbara an den früheren Bergbau in Allendorf.

Die Orgel ist eine der wenigen erhaltenen Orgeln des Orgelbauers Schulze aus Milbitz.
Allendorf wird von alters her als Urpfarrei mit 14 Orten genannt. Bis zum Jahre 1890 hatte Allendorf zwei Pfarrer. Daraus ist ersichtlich, welch wichtige Stellung einst die Pfarrei im Burgbereich der Schwarzburg einnahm.
Heute gehören zur Kirchgemeinde die Orte Allendorf, Aschau und Bechstedt.
Vereine in Allendorf und Aschau
Dorf- und Heimatverein Aschau e.V.
Förderverein der Feuerwehr Allendorf

