Eine besondere Geburtstagsparty im OT Paulinzella


Schnell hat man eine passende Stelle am Rande des Waldes an der Spittelsleite gefunden. Von dort erschließt sich uns ein wunderschöner Panoramablick auf Paulinzella mit dem Haus von Kurt Bachor am Waldesrand Richtung Hengelbach.  Der Gedenkplatz ist ein Ort, der beide Passionen von Kurt Bachor verbindet. Vielleicht saß er sogar dort, als er die Geschichte vom „Grünrock“ schrieb, in der sich viele Förster aus der Gegend sicher wiederfinden.

Vielleicht trug schon damals „Der Gezeichnete“ seine Spuren durch den weichen Waldboden, während die ersten „Pirschgänge im Wald und Flur“ im Morgendunst begannen. Zwischen Farn und Dickicht raschelte vielleicht „Urian, der Keiler vom Kesselloch“, und an stillen Tagen folgten „Jagdtage“, die mehr vom Beobachten als vom Erlegen erzählten. Dort huschte „Weißkehlchen“ zwischen Sträuchern hindurch, und aus jeder Lichtung entstanden neue „Tier-“ und „Waldgeschichten“. Wer lange genug verweilt, entdeckt vielleicht sogar „Füchse im Revier“ – und versteht, weshalb sich Förster und Naturfreunde an einem solchen Ort gleichermaßen zuhause fühlen.

Die Forstschüler vom ersten Ausbildungsjahr haben aktiv mitgewirkt, den Hang zu ebnen, die kleine Schutzhütte aufzubauen und das Fundament für den Gedenkstein zu legen. Die Steinmetzfamilie Mackeldey hackte einen sächsischen Sandstein, der dem Buntsandstein des Paulinzellaer Vorlandes ähnelt, zurecht und meißelte die schlichte Inschrift hinein.

Am 20. Mai 2026 war es dann soweit. Zum 110. Geburtstag Kurt Bachors kamen viele Gäste, um das Geburtstagskind gebührend zu feiern.

Es waren die Vertreter der beiden Forstämter Gehren und Salfeld-Rudolstadt, deren Zuständigkeitsbereiche sich an der Spittelsleite treffen, die Vertreter des Ortschaftsrates, alle Akteuere, die das Vorhaben vorantrieben, und viele Gäste aus Paulinzella und Umgebung.

Die Zeremonie begann mit den Signalen „Sammeln der Jäger“ und „Begrüßung“, geblasen von den Jagdhornbläsern vom Singer Berg, die die Feierlichkeit musikalisch begleiteten.

Nach den Begrüßungsworten des stellvertreteten Forstamtsleiters Matthias Schwimmer und der Danksagung an alle Mitwirkenden folgte die Enthüllung des Gedenksteines durch den jüngsten Adepten der Steinmetzkunst Ludwig Makeldey.

Im Anschluss an das obligatorische „Sternchen“ endete der Nachmittag mit einem kleinen Empfang aus gegebenem Anlass.

Es ist beeindruckend, dass sich immer wieder Menschen finden, die sich mit großem Einsatz für die Allgemeinheit engagieren und dabei Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen.

Danke dafür und Waidmannsheil!

Tomasz Hakuba